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BLITZ-06-2016-CHEMNITZ

BLITZ! Bergstadtfest Freiberg Silbermond und Bergparade Zwischen 23. und 26. Juni sorgen Top-Acts, Schlagerstars, aber auch Folk-, Rock'n'Roll-, Dixieland- und Jazzmusiker auf acht Bühnen für beste Stimmung. Wo? Bei Mittelsachsens größtem Volksfest, dem Bergstadtfest Freiberg. Ein Höhepunkt ist das Silbermond-Konzert im Rahmen der MDR Jump Arena am 25. Juni, und am 26. erleben wir den Schlagersänger und Moderator Bernhard Brink beim R.SA-Familienabend mit Böttcher und Fischer. Auf dem historischen Markt entführen Euch Handwerker, Gaukler und Spielleute zwischen detailge- treu gestalteten Marktständen ins Mittelalter. Die Kleinen können sich in der Kin- der- und Familienwelt im Hochseilgarten oder auf dem Riesenrummel austoben. Einen weiteren Höhepunkt stellt am Vormittag des 26. Juni die große und tradi- tionelle Bergparade dar, bei der sich 550 Teilnehmer aus etwa 20 Knapp- schaften sowie fünf Bergmusikkapellen aus Deutschland, Polen und Tschechien in bergmännischer Berufsbekleidung durch die historische Altstadt bewegen. www.bergstadtfest.de WORT: KARSTEN SPEHR/BILD: MARCEL SCHLENKRICH Seebühne Kriebstein Eheanbahnung traditionell Auch in diesem Jahr gibt es wieder Sommertheater auf der Seebühne Krieb- stein, das Musical "Hello Dolly", ein Klassiker des Broadway, steht auf dem Programm. Im Zeitalter von Online-Partnervermittlung und Speeddating mutet die Geschichte der Heiratsvermittlerin Dolly, die mit Witz und Klugheit glückliche Paare arrangiert und nebenbei selbst einen Partner findet, wunder- bar nostalgisch an und begeistert natürlich mit mitreißenden Hits. Regie führt der Choreograf und Musical-Spezialist Ivan Alborese, in der Rolle der Dolly ist Susanne Engelhardt zu sehen, die schon in den Produktionen der letzten Jahre beeindruckte. Gespannt sein darf man auch auf das Bühnenbild von Thilo Staudte - der erweitert den Spielraum um zwei weitere Schauplätze rechts und links der eigentlichen Seebühne. Bis zum 17. Juli stehen insgesamt 18 Vorstellungen auf dem Plan, die genauen Termine und Modalitäten des Kartenerwerbs findet Ihr im allwissenden Netz. www.mittelsaechsisches-theater.de WORT: JUDITH WOITTENNEK/BILD: ANDRÉ BRAUN 4 Satire Dr. Winters Kolumne Aus heiterem Himmel Liebe Freunde, gestern ist die Frau, die über mir wohnt, überraschend aus- gezogen. Sie hat nur ein paar Kleinigkeiten, den Kachelofen, den Siche- rungskasten und einige Stromleitungen und Verlängerungskabel mitge- nommen und ist damit in einer Geschwindigkeit, als ginge es um ihr Leben, die Treppe heruntergehastet. Ihre Familie hat fassungslos an der Tür gestanden und nicht verstehen kön- nen, weshalb sie plötzlich, aus völlig heiterem Himmel, aus ihrer Wohnung flüchtet. Sie ist ja verheiratet, hat einen Mann und vier Kinder, alles Mädchen, sogar der Junge, und die haben nicht schlecht geguckt, als ihre Mutti mit den oben genannten Utensilien bepackt Hals über Kopf auf die Haustür zugesteuert ist. "Weshalb haut die denn plötzlich ab?", haben sich sämtliche Nachbarn gefragt, "wieso verlässt denn diese Person aus heiterem Himmel ihr intak- tes Zuhause?" Alle haben kopfschüttelnd im Treppenhaus gestanden und nicht verstehen können, weshalb sie diesen folgenschweren, für nieman- den nachvollziehbaren Entschluss gefasst hat. Auf einmal packt es sie und sie rennt weg. Ohne einen erkennbaren Grund. Aus heiterem Himmel! So sagt man. Aber Tatsache ist, es kommt nichts aus heiterem Himmel. Absolut nichts! Immer gibt es einen Grund für alles, was angeblich aus heiterem Himmel passiert. Dieser ominöse heitere Himmel existiert überhaupt nicht. Und bei der Frau, die noch bis gestern über mir gewohnt hat, war es so: Ihr Mann hatte ja schon vor geraumer Zeit begonnen, ohne Besteck zu essen, immer ohne Besteck, die Kartoffeln hatte er grundsätzlich mit der Hand vom Tel- ler genommen, die Bratwurst auch, das Sauerkraut hatte er sogar mit bei- den Händen in seinen Schlund geschaufelt. Und dann hatte er ihre Mutter nicht mehr gegrüßt, das war sowieso das Schlimmste, Unverzeihlichste, ihre Mutter nicht mehr zu grüßen. Sich mit beiden Händen Sauerkraut in den Mund zu stopfen, aber dieser alten Frau nicht mehr "Guten Tag" zu sagen, damit hatte es angefangen. Da- nach war nichts mehr wie früher gewesen. Und es war ja nicht nur das Sauerkraut. Bei Quarkkäulchen ließ er sich ja genauso gehen oder bei Dampfnudeln oder Speckknödeln. Alles führte er sich mit der bloßen Hand zu. Immer glänzte sein Kinn, immer waren seine Finger fettig, ganz zu schweigen von seinen Mundwinkeln und Hosenbeinen. Genauso nervtötend war es, dass er sich immer auf seine Brille gesetzt hat, egal, wo er saß, immer befand sich seine Brille unter ihm. Und natürlich hat diese von ihm auf das Übelste breit gesessene Brille auf seiner Nase den katastrophalsten Eindruck hinterlassen. Noch unangenehmer war, dass mit zunehmendem Alter seine Stimme immer höher geworden ist, höher und dünner. Und dass er mit dieser unangenehmen, hohen Stimme immer nur genör- gelt oder Selbstgespräche geführt hat, und dass er sich immer nur dann um Probleme gekümmert hat, wenn er keine Zeit dafür hatte, und dass die Kinder nie etwas anderes gemacht haben, als auf ihre Smartphones zu sehen und herumzumaulen. Und zu all dem kommt noch hinzu, dass die Frau erst kürzlich jemanden gefunden hat, der mit Besteck isst, ihre Mutter grüßt, eine tiefe Stimme hat, und dessen Kinder viel netter als ihre eigenen sind. Aus heiterem Himmel ist etwas anderes, oder? EUER DOKTOR OUT OF A CLEAR BLUE SKY WINTER

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