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BLITZ-05-2016-THUERINGEN

Engelsburg Engelsburg · Erfurt · Allerheiligenstraße 20/21 www.eburg.de Wo immer Hanzel und Greytel auftauchten, sagte man über sie: "Das sind ja zwei richtige Engel!" Kein Wunder, die Beiden kamen ja auch aus Eng- land. Dort allerdings hatten sie einer Witch übel mitgespielt. Es ging um Mundraub, Käfig und Backofen - das komplette Programm. Hanzel und Greytel sahen es anders und plädierten auf "Un- schuldig!". Außerdem, so erzählt die Legende, wären sie einer zugegeben etwas knochigen Tän- zerin mit der Bemerkung “Hexe” zu nahe getre- ten. Sei es wie es sei, sie mussten fort. Zuerst in den Wald und von dort aus dann in eine schöne, schöne Burg, die perfekt zu ihnen passte, die En- gelsburg, kurz Eburg genannt. Bei einem Ausflug mit ihren Eltern hatten sie diese einst kennenge- lernt, und weil sie ihnen so gut gefiel, streuten sie auf dem Nachhauseweg unauffällig Salzstäb- chen zur Orientierung. Das kam ihnen nun zu- gute! Schwuppdiwupp erreichten sie die Allerhei- ligenstraße, sahen das Haus aus Stein und all die Sympathieträgerinnen und -träger, mit denen ge- meinsam sie hier das Sommersemester verbringen wollten. An Kulinarik und Kultur herrschte kein Mangel - Bier, Cola und Milchkaffee brauchte man nur zu bestellen, Hackbraten, Süßkartoffeln und Eburger ebenfalls. Dazu gab es Kino, Party und sogar Burggeschichten. Hanzel und Greytel schlossen sich den Vinyl Lovers an und riefen "Chapeau!", in einer Kellernische hantierten sie mit "Fine Mechanics" und fühlten sich so wohl wie lange nicht. Kickerkeller Kickerkeller Erfurt · Erfurt · Johannesstraße 156 Rump L. Stil war ein cooler Kunde, nicht beson- ders groß, nicht besonders gutaussehend, dafür äußerst gewitzt. Die Samstage verbrachte er mit Tausenden am Rande einer grünen Wiese, die Abende mit Vorliebe in einem Gewölbe, welches Kickerkeller genannt wurde. Hier konnte er ver- nünftige Gespräche führen und die Handgelenke in hexenartiger Geschwindigkeit spielen lassen. Weisheiten wie "Das Runde muss ins Eckige", "Elf Freunde müsst Ihr sein" oder "Stell Dich mal nicht so doof an" wechselten im gemütlichen Licht von seinem Munde in die Ohren der Anderen. Und nach der Kurbelei an den zumeist in rote oder blaue Gewänder gekleideten Stangenfußballern gab es nach altem Brauch Shakehands, Musik und Getränke. Gerade mittwochs und freitags kickerte Rump L. Stil hier in der Johannesstraße mit Jedermann, so gut wie immer nahm er an den re- gelmäßigen DYP(= Draw Your Partner)-Turnieren teil. Und seine Prinzessin? Die saß mit den Kindern zu Hause im Schloss und spann Stroh zu Gold. Er hatte es ihr beigebracht und sie Spaß daran ge- funden. Und so konnte unser Mann, so oft ihm da- nach war, in den Kickerkeller abtauchen, ein Spielchen wagen, ein Schwätzchen halten und ein feines Fläschchen an die von einem vollen Bart umrandeten Lippen führen. "Neben dem wahren Geist des Fußballs trifft man hier auch hammer- geile Schnitten", verriet er uns. Seine Prinzessin sollte das lieber nicht hören. Der sagte er nur: "Ich geh zum Sport!" Presseklub Presseklub · Erfurt · Dalbergsweg 1 www.presseklub.net Dornrosi lebte seit ihrem 18. Jahr in einem Turm am Alfred-Weber-Platz. Efeu, Wandwegerich und Brombeere waren ihr bereits bedenklich nahege- kommen, als sie eines Abends von oben aus dem Fenster schaute und feststellen musste: "Untenrum ist ja alles zugewachsen!" Als sie sich auch noch in den Finger stach, reichte es ihr, sie wollte ihre Jugend nicht verschlafen und wandte sich an die Presse, genauer gesagt an den Presseklub. Eine befreundete Fee hatte ihr von diesem geflüstert. Dort im dornenheckenfreien Dalbergsweg könne sie mit Bandaoke mir nichts, dir nichts zum Star werden, dort herrsche Salsavaganza, werde ge- feiert bis in den Morgen, ob Glitzer-Ibiza-Party oder Schwarzweißfete, Frühling oder Sommer, Semesterbeginn, -ende oder die Zwischenergeb- nisse. Tapfere Sport-, Staats- und Wirtschafts-, allen voran aber Partywissenschaftler seien da am Werk. Dornrosi wurde vor Freude ganz schwummrig und schummrig, sie verließ ihr Turm- zimmer, hieß die alte Frau, die außer ihr dort saß, allein weiter am Rad zu spinnen, und kämpfte sich mit einer Handgartenschere namens Prinz quer durch die Botanik. Im gelobten Laden angekom- men trug sie auf einmal ihr bestes Kleid und nahm zunächst einen belebenden Drink. Dann noch einen gemeinsam mit der Fee, die weitere Feen mitgebracht hatte, und schließlich tanzten sie von den 70ern in die 80er, von den 80ern in die 90er, und wenn sie nicht gestorben sind, dann tanzen sie auch heute ... 9 Special BLITZ!

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