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BLITZ-05-2016-HALLE

BLITZ! 4 Satire Ganzes Taxi, halber Preis Gesund nach Hause Das Fifty-fifty-Taxi gibt es in Sachsen-Anhalt seit dem Jahr 2000. Mit diesem Ticket können Jugendliche im Alter von 16 bis 26 Jahren zum halben Preis ein Taxi für die Heimfahrten von der Diskothek, einem Konzert oder einer anderen öffentlichen Veranstaltung bei allen teilnehmenden Taxiunternehmen nutzen. Die sogenannten Taxitickets kann aber jeder zum Stückpreis von 1,25 Euro an vielen Stellen erwerben, auch als Geschenk sind sie eine kluge Idee. Ihr könnt so viele Tickets einlösen, wie Ihr wollt, und wenn Ihr mit maximal acht Personen das Fahr- zeugteilt,istdieFahrtfürallefastgeschenkt."ImletztenJahrwurdenüber39.000 Tickets in Sachsen-Anhalt verkauft", weiß Holger Stahlknecht, der Minister für Inneres und Sport, und ergänzt: "Wichtig ist, dass die Jugendlichen gesund nach Hausekommen".LetztesJahrregistriertediePolizeideutschlandweitüber20.000 Verkehrsunfälle mit Jugendlichen im Alter bis 25 Jahre, davon 2.000 mit Personen- schaden. Wo Ihr die Tickets bekommt, erfahrt Ihr unter www.fifty-fifty-taxi.de. WORT: TL/BILD: MICHAEL SCHWARZE (AOK) Frohe Zukunft zeigt die EM Die Fußball-WG Wenn am 10. Juni die Fußball-Europameisterschaft beginnt, verwandelt sich das Freigelände der Frohe Zukunft Wohnungsgenossenschaft eG in der Großen Steinstraße 8 in die Frohe Zukunft Fußball-WG. Auf mehreren 50 Zoll großen Flatscreens werden alle EM-Spiele live übertragen. Dazu wird Euch ein Fußball-Ambiente geboten, wie Ihr es sonst nur bei guten Freunden findet. Die Couch im Wohnzimmer steht quasi bereit und dazu noch ein paar Liegestühle. Die Küche samt Holzkohlegrill ist gleich nebenan, und nicht nur das, denn anders als zu Hause steht hier immer einer am Zapfhahn, während andere für das leibliche Wohl sorgen. Sogar das Speiseeis machen die selbst! Auf diese Weise wird kein Tor verpasst, sondern mit weit mehr als nur elf guten Freunden umjubelt. In den Spielpausen dürft Ihr Euer fußballerisches Können unter vollem Körpereinsatz am Kicker unter Beweis stellen oder ganz gemütlich beim Tipp- spiel zeigen, wer die besten Tore schießt. Geöffnet ist täglich ab 13 Uhr. WORT: THOMAS LEIBE/BILD: P.D. Johann Janus' Kolumne Mission 4: An die Kabelske Nachdem die Versuche unserer Initiative zur Populisation offensichtlicher Prädestiniertheit (iPop), die Einwohnerzahlen Halles durch Passfälschungen in die Höhe zu treiben, gescheitert sind, entschlossen Torben und ich uns, das mit der Illegalität anders anzugehen. Seit Anfang des Jahres hielten wir uns mit Einzelzahlen auf, hier ein paar Studenten, da eine Handvoll Babys, zuletzt einige gefälschte Pässe. "Wir müssen größer denken!", verkünde ich, "Wer 100 Euro klaut, kommt in den Knast, wer 100 Millionen Euro klaut kommt in den Vorstand! Wenn wir Menschen in die hallische Statistik schum- meln wollen, dann müssen wir es richtig angehen. Nimm dir Putin zum Vor- bild!" "Putin zum Vorbild?", fragt Torben irritiert, "aber ich habe gar nicht so einen stählernen Oberkörper wie er!" Ich winke genervt ab. "Nicht das. Die Krim!" Torben scheint noch immer im Dunkeln zu tappen wie nach unserem Einbruch ins Einwohnermeldeamt. (Wir hatten die Taschenlampen verges- sen.) "Wenn Halle Kabelsketal annektiert, bekommt Halle auf einen Schlag 8.828 Einwohner mehr!" "Aber was wollen wir denn mit Kabelsketal? Da gibt's doch nüscht!" "Doch, Menschen! Die sich auch endlich Hallenser nen- nen wollen, aber nicht aus ihrem Kaff wegwollen! Wen kümmert's, dass nie- mand sonst nach Kabelsketal will, das ist doch bei der Neustadt auch nicht anders, und trotzdem haben wir die uns 1990 einverleibt! Außerdem gibt's da ein Kabel-Deutschland-Kundenservice-Center." Torben wägt die Möglichkeiten ab, trinkt einen Schluck von dem Original- Krimsekt, den ich ihm eingeschenkt habe, und nickt schließlich. "Okay, aber wie machen wir das?" "Wir besetzen das Kabel-Deutschland-Kundenser- vice-Center und erpressen alle Kabel-Kunden, dass wir ihnen erst wieder kompetenten Service ermöglichen, wenn Kabelsketal offiziell eingemeindet ist. So erzeugen wir Druck von unten", erkläre ich meinen ausgeklügelten Plan. "Ganz einfach." Drei Stunden später (davon eine halbe Stunde Vor- bereitungszeit, der Rest Fahrtzeit) stehen wir in Großkugel und gucken uns skeptisch um. "Hier sollen 8.000 Menschen wohnen?", fragt Torben mit hochgezogener Augenbraue. Schaudernd gehen wir durch die leergefeg- ten Straßen sachsen-anhaltischer Provinz. "Wo sind die alle hin?", murmele ich, als wir zugenagelte Fenster und leerstehende Geschäfte passieren. Tor- ben deutet grinsend auf eine abgefledderte Notiz an einem leerstehenden Angelgeschäft: "Zu verkaufen wegen Umzugs nach Halle". Zugegeben, es ist auch Sonntagnachmittag und nicht unbedingt das schön- ste Wetter, sicher sitzen noch zehn oder elf Leute in ihren hübsch eingerich- teten Wohnungen vor dem Fernseher, und am Montag macht bestimmt die Bäckerei an der Eck auch wieder auf. Trotzdem bekommen wir irgendwie Mitleid. Natürlich könnte Halle ein paar mehr Einwohner haben, besonders im Vergleich zu Magdeburg. Natürlich haben wir Leerstand und eine schwa- che Wirtschaft, die abgeschlossenen Bachelorstudenten verschwinden und wer einen guten Job sucht auch. Aber dafür kann Großkugel nun wirklich nichts, denn die wenigen Zuzügler, die Städte wie Halle noch zu verzeich- nen haben, kommen meist aus genau diesen Ortschaften, nachdem der ört- liche Kindergarten geschlossen wurde und die Verwaltung mit der der be- nachbarten vier Ortschaften zusammengelegt wurde. "Ich glaube, wir sollten iPop nicht auf Kosten von Kabelsketal durchsetzen", nickt Torben, als wir wieder in die S-Bahn zurück nach Halle steigen. "Ich halte unsere letzte Mission ohnehin für aussichtsreicher." "Und zwar?" "Den Nutrias Menschenrechte zusprechen." WORT: JESKO HABERT / BILD: SABINE KIRCHNER

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