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Flitzer

Flitzer


Schweizer Filme sind selten und rar in unseren Kinos. Oft sind es kleine Perlen, bei denen ein Kinobesuch lohnt, so auch bei diesem. Der eine stark pubertierende Tochter alleinerziehende Deutschlehrer Baltasar verzockt aus Versehen das Geld für den neuen Schulsportplatz. Irgendwie muss eine Lösung gefunden werden und so steigt er bei seinem Friseur ins gut florierende illegale Wettgeschäft ein. Schließlich hat er ja eine gute Idee: Er trainiert mit einer Truppe von unterschiedlichen Phobikern das Flitzen. Und es gelingt ihm, dass die ihre Hemmungen ablegen und bei Fußballspielen nackt über den Platz rennen - eben flitzen. Schließlich kann man ja auf alles wetten und damit gut verdienen. Wenn da nicht noch diese Steuerfahnderin wäre, die ihm auf den Fersen ist und auf die Schliche zu kommen versucht. Klingt eigentlich eher nach Fremdschämen, aber das ist wirklich lustig, eben feiner Schweizer Humor.
Das Kongo-Tribunal

Das Kongo-Tribunal


Und noch einmal spielt die Schweiz eine gewisse Rolle: Die Kongolesen leiden unter dem ungerechten Rohstoffsystem unserer globalisierten Welt. 80 Prozent allen Goldes werden in der Schweiz raffiniert und gehandelt. Das bringt das Zwanzigfache des Werts von dem im Kongo gewonnenen Gold. Der Schweizer Regisseur Milo Rau lenkt mit einer ungewöhnlichen Dokumentation die Aufmerksamkeit auf die Inaktivität der Weltgemeinschaft. Es gelang der Film-crew, echte Beteiligte zu einem fiktiven Theater-Tribunal zusammenzubringen: Vertreter der Bürgerkriegsfronten, der Opposition, von Opferverbänden, auch die Richter aus Den Haag sind echt, arbeiten aber beim Tribunal fiktiv auf, was im realen Leben eben nicht geahndet wird. Millionen Tote gab es bereits, niemand ist dafür bis dato zur Verantwortung gezogen worden. Ein spannendes Projekt, sehenswert, auch wegen seiner ungewöhnlichen filmischen Machart.
Bild: X-Verleih Bild: Real Fiction
Paddington 2

Paddington 2


Ach, eigentlich ist das ja wieder so ein Film, auf den man nicht gesondert hinweisen will. Alles hofft, dass man erneut so dahinschmelzen kann wie beim ersten Teil. Denn schon da hatte man ja die leise Sehnsucht nach Fortsetzung. Die Briten, die können es einfach, und das auch noch in Kooperation mit den Franzosen: Tolle Darsteller, schrullige und liebenswerte Typen, einen perfekt animierten Bären namens Paddington, böse, aber besiegbare Feinde und vor allem ganz liebe Freunde. Ob es den Machern erneut gelungen ist, diesen Ton und diese Familienfreundlichkeit zu treffen, wird sich an den Kinokassen zeigen. Aber erst einmal begibt sich der inzwischen auch in der Nachbarschaft beliebte Paddington mit seiner neugewonnenen Familie auf die Suche nach einem gestohlenen Buch, das er Tante Lucy zum 100. Geburtstag schenken wollte. Schließlich hat er extra ein paar Jobs angenommen, um es sich leisten zu können!
Star Wars: Die letzten Jedi

Star Wars: Die letzten Jedi


Es gibt Filmemacher, die können es sich erlauben, sich in Schweigen zu hüllen, schließlich produzieren sie Selbstläufer und alle Welt rennt dann schon von allein ins Kino. So auch beim 8. Teil der "Star Wars"-Reihe. Eigentlich ist ja Luke Skywalker der letzte der noch lebenden Jedi. Und so werden denn jetzt die alten Mysterien der Macht wohl entschlüsselt, Dinge aus der Vergangenheit hochgeholt und enthüllt. Fakt ist, dass die Darstellerin der Prinzessin Leia, Carrie Fisher, im vergangenen Dezember überraschend starb. Ihre Geschichte kann allerdings dennoch zum Abschluss gebracht werden, da ihre Szenen schon vor ihrem Ableben komplett im Kasten waren. Han Solo starb ja bereits im letzten Teil. Interessant ist vielleicht auch noch, dass dieser Teil einen Tag eher in den deutschen Kinos starten wird als in den USA. Zwei Milliarden Dollar spielte die vorangegangene Folge ein. Die Gelddruckmaschine läuft also wieder an!
Bild: Studiocanal Bild: Disney / Lucasfilm
BLITZ! Stadtmagazin

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Wort: Carola Kinzel