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Asphaltgorillas

Asphaltgorillas


Detlev Buck ist einer der stilleren, aber innovativsten Regisseure Deutschlands, der sich nicht scheut, auch mal hie und da im Ausland auf die Arbeiten der dortigen Filmemacher zu schielen und stilistische Mittel aufzugreifen. Diesmal hat er sich mit Strafverteidiger und Schriftsteller Ferdinand von Schirach zusammengetan und das Drama um einen jungen Mann, der gegen den rebelliert, der als Unterweltboss sein Leben bestimmt, inszeniert. Alles eskaliert und die Situation gerät aus dem Ruder. Leider ist das nicht ganz so gut gelungen wie andere seiner hervorragenden Arbeiten, beispielsweise sein tiefgreifender Film „Knallhart“. Das sollte wohl diesmal in Richtung Tarantino gehen, aber da fehlt Esprit bei den Versuchen, witzig zu sein; das ist teils leider zu überzeichnet. Schade, aber dennoch haben wir in den letzten Monaten weitaus misslungenere Sachen in unseren Kinos schon gehabt...
Pettersson & Findus – Findus zieht um

Pettersson & Findus – Findus zieht um


Das ist bewährt, fast ein Selbstläufer und das nicht nur, weil Kater Findus schon von Generationen kleiner und großer Kinder geliebt wird. Wenn diese Filme mit dem nachträglich reinanimierten Frechdachs aber nicht derart liebevoll gemacht wären, würden sie auch keine Zuschauer in so hoher Zahl in die Kinos locken. Auch in diesem dritten Teil beweisen die Macher um Regisseur Ali Samadi Ahadi ihr Gespür für den gepflegten Kinderfilm, der auch Erwachsenen das Herz erwärmt. Diesmal zieht Findus um in seine neues Spiel- und Hüpfhaus, samt neuer Matratze, auf der es sich ja so trefflich hüpfen lässt. Der alte Pettersson wird schon etwas traurig und befürchtet, jetzt immer nur allein zu sein. Da muss sich der lebensfrohe kleine Kater wohl was einfallen lassen. Und natürlich fällt ihm was ein, denn schließlich hat er ja auch noch Freunde wie die nette Beda Andersson und den grummeligen Gustavsson.
Bild: Constantin Bild: Wild Bunch
Gundermann

Gundermann


Der singende Poet und Baggerfahrer Gerhard Gundermann war eine Art Institution in der DDR und auch nach der Wende mischte sich der Mann auf seine Art, mit der er oft aneckte, ein ins Weltgeschehen. Um so erstaunter waren viele als er gestand, Spitzel der Stasi gewesen zu sein. So wie man auch ihn bespitzelte. Ein solches Leben konzentriert und fokussiert zu verfilmen, kann durchaus schief gehen. Aber nicht, wenn eine derartig herausragende Drehbuchautorin wie Laila Stieler mit Regisseur Andreas Dresen zusammenarbeiten. Das ist wirklich ganz, ganz großes Kino! - emotional, klug und dramaturgisch stimmig. So hat noch kein Film die innere Zerrissenheit vieler DDR-Bürger erfasst und auf die Leinwand gebracht. Dazu Alexander Scheer als umwerfender Hauptdarsteller; jede noch so kleine Rolle mit ausgezeichneten Schauspielern besetzt. Damit hat Dresden nicht nur Gundermann eine Art Denkmal gesetzt, sondern auch sich!
Book Club - Das Beste kommt noch

Book Club - Das Beste kommt noch


Noch vor ein paar Jahren gingen Filme mit über 60-Jährigen im Kino so reinweg gar nicht. Die Zeiten sind glücklicher Weise vorbei. In den USA hat diese charmante Komödie von den vier gestandenen Damen das Mehrfache seines Budgets längst wieder eingespielt. Nun sind sie bei uns zu sehen: Jane Fonda, Diane Keaton, Mary Steenburgen und Candice Bergen als Uraltfreundinnen, die sich regelmäßig auf ein/zwei Gläser Wein treffen und über Literatur und das Leben philosophieren. Männer sind dabei weit weg, auch geistig. Bis, ja bis, die eine den Roman „Fifty Shades of Grey“ ins Spiel bringt. Die Lektüre bringt längst vergessen gedachte Aufregung wieder ins Spiel. Das ist witzig und eigentlich zum Teil auch gar nicht so weit weg vom wirklichen Leben, beispielsweise wenn die Nachkommen sich um ihre Mütter sorgen. Sind die Töchter dann nicht eigentlich diejenigen, die über 60 Jahre alte Haltungen einnehmen?
Bild: Pandora Bild: SquareOne
BLITZ! Stadtmagazin

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Wort: Carola Kinzel